Sachsen-Derby brachte erhofften Volleyballkrimi

Derbys sind in jeder Sportart besondere Spiele. Die örtliche Nähe zueinander kann Kooperationen zwischen den Vereinen genauso begünstigen wie – im Fußball üblich – verfeindete Fanblöcke. In jedem Falle aber besteht eine ganz besondere Konkurrenz zueinander. So waren unsere Mädels für das Match gegen Grimma auch äußerst motiviert, denn es galt, sich für die Niederlage aus der Hinrunde zu revanchieren. Jedoch liefen schon die Vorbereitungen auf dieses Spiel durchwachsen. Aufgrund sportlicher oder schulischer Doppelbelastungen, die einige Spielerinnen des VCO betrafen, konnte das Training nicht in gewohnter Weise stattfinden. Es blieb also abzuwarten, wie gut die Mädels den Stress der vergangenen Woche verkraftet haben.

Anfangs machte Grimma dann auch den weitaus fitteren Eindruck. Im Dresdner Spiel passte noch nicht viel zusammen, Fehler im Zuspiel und Ungenauigkeiten im Angriff brachten den Gästen bald eine komfortable 8-Punkte-Führung. Die VCO-Mädels fingen sich jedoch schnell und so kamen sie bald wieder an Grimma heran, mussten den Satz aber leider mit 23:25 abgeben.

Der zweite Satz war von Beginn an sehr ausgeglichen. Die Führung wechselte ständig, denn keine der beiden Mannschaften konnte sich um mehr als 2 Punkte absetzen. In der zweiten Hälfte war Dresden zwar leicht im Vorteil, aber kurz vor Satzende übernahm Grimma wieder die Führung und holte auch diesen Satz denkbar knapp mit 26:24.

Nun hieß es volle Konzentration, wenn man nicht wieder 3:0 vom Feld gefegt werden wollte. Kleine Änderungen in der Aufstellung brachten den erhofften Erfolg. Mit mehr Emotion und Variabilität in den Spielzügen zeigte der VCO, weshalb er zu Recht die drittbeste Mannschafte der Rückrunde ist. Im dritten und vierten Satz spielten unsere Mädels souverän auf. Der Block wurde stabiler und auch die Angriffe druckvoller, was Grimma gehörig in Bedrängnis brachte. Die Gäste konnten dem qualitativ hochwertigerem Dresnder Spiel wenig entgegensetzen und verloren beide Sätze deutlich mit 25:16 und 25:18.

Der Ausgleich war geschafft und damit das Tie Break erzwungen. Die Spannung in der Halle hätte kaum elektrisierender sein können. Mit den zwei starken Sätzen im Rücken hätte man einen leichten psychischen Vorteil für Dresden erwarten können, aber Grimma zeigte sich hochkonzentriert, während sich bei unseren Mädels plötzlich Flüchtigkeitsfehler und Ungenauigkeiten einschlichen. In dem kurzen Satz des Tie Breaks führt dies schnell zu einem Vorteil des Gegners, der kaum wieder wettzumachen ist. Und so waren es dann auch diese kleinen Fehler, die letztlich Grimma zum 15:11 Satzgewinn verhalfen und damit das Match entschieden.

Alles in allem war es jedoch ein versöhnliches Ende. Die Zuschauer konnten ein packendes Match mit allen emotionalen Höhen und Tiefen eines Derbys erleben und feierten unsere Mädels für ihre fulminante Aufholjagd im dritten und vierten Satz.

Beste Spielerin des VCO wurde in weiteres Mal Lydia Stemmler, die Goldmeaille für den Most Valueable Player ging an Julia Eckelmann aus Grimma.

2019-03-17T11:41:05+01:00