Derby gegen Grimma

Emotionale erste Minuten des Sachsenderbys des VC Olympia Dresden gegen den VV Grimma. Unser langjähriger Trainer Jens Neudeck bestritt an diesem Derbytag sein letztes Pflichtspiel als VCO-Trainer  der jungen Wilden in Dresden und wurde von den Mädels schon beim Einlaufen mit je einer Rose geehrt. Dass sich die langjährige, aufopferungsvolle und erfolgreiche Arbeit als Trainer gelohnt hat, wird bei den vielen Titeln und dutzenden Talenten sichtbar, welche seit mehreren Jahren in verschiedenen Bundesligaclubs unterwegs sind und alle einmal von Jens Neudeck an dieses Spielniveau ran geführt wurden.

Doch nun zum Spiel gegen Grimma.

Gleich zu Beginn des ersten Satz gab es spannende Ballwechsel, welche Grimma meist für sich entscheiden konnte. Mit 5:1 setzte sich der VV rasch ab, bevor Deborah Scholz mit einem hart angesetzten Angriff und ein direkt im Anschluss geschlagenes Ass , die Dresdner Mädels zurück in die Spur brachte. Doch die Spielerinnen aus Grimma wollten ihren Vorsprung verteidigen und kämpften verbissen.

Auch die Dresdner Talente wollten ebenfalls den Derbysieg und schenkten dem VV nichts. Die Spielerinnen aus Grimma konnten dem Druck standhalten und mit kämpferischer Abwehrarbeit und einem Quäntchen mehr Glück mit 6:8 in die erste technische Auszeit gehen. Auch nach dieser Auszeit blieb der Abstand konstant  – 8:10. Im weiteren Spielverlauf konnten die Dresdnerin keinen konstanten Druck ausüben und so schlichen sich kleinere Fehler ein, welche den Abstand rasch auf 10:17  und 15:24 anwachsen ließen. Den ersten Satzball vom VV Grimma nutzen die Spielerinnen nach Annahmefehler direkt zum 15:25

In den zweiten Satz startete der VCO direkt mit einem starken Angriff von Deborah Scholz, welche auf eine gute Annahme und sauberes Zuspiel aufbauen konnte. Doch auch als der VCO 3:1 führte, ließen sich die Mädels aus Grimma nicht hängen und zogen auf 3:5, mit etwas Glück, als Netzroller davon. Nach einem langen Ballwechsel und einem sehr guten Block vom VCO, welcher leider knapp ins Aus fiel, setzte Neudeck auf eine Auszeit um das junge Team neu einzuschwören. Die zahlreichen Fans aus Grimma und Dresden unterstützten ihre Mannschaft in dieser wichtigen Phase mit vollem Elan. Mit 3:8 ging Grimma dann in die erste technische Auszeit. Mit einer Aufschlagsserie von Lissi Kettenbach und starker Abwehrarbeit kämpften sich die Dresdnerinnen auf 10:14 heran, doch die Grimma Mädels ließen nicht locker – 10:16,  zweite Auszeit. Doch aus dieser kamen die Mädels von Trainer Jens Neudeck nicht gestärkter. Annahmefehler und die fehlende Durchschlagskraft auf den Außenpositionen ließen den Favoriten aus Grimma enteilen und mit 14:25 einen sicheren zweiten Satz einfahren.

Im dritten Satz konnten die Mädels aus Grimma den ersten Punkt für sich entscheiden. Im Anschluss lieferten sich beide Mannschaften wieder einen Kampf, welcher jedoch auf beiden Seiten mit kleineren Fehlern behaftet war. Vor allem die Aufschlagsfehler machten den Dresdner Mädels zu schaffen. Mit 4:8 ging Grimma wieder deutlich in Führung und die erste Auszeit. Doch auch wenn sich Grimma mit 6:11 absetzen konnte, war Aufgeben nicht im Dresdner Sinn. So schlug Sina Stöckmann nach einem langen Ballwechsel mit einem harten Angriff zum 7:11 und lies die Dresdner Hoffnungen auf eine Aufholjagd weiter aufleben. Doch mit 7:16 wurde der Vorsprung der Mädels aus VV Grimma immer deutlicher. Mit einem Punkt durch die eingewechselte Libera Mia Stauß und zwei Ässen von Julia Wesser verkürzte der VCO auf 11:19. Aber auch dieser kurzer Schub half nichts gegen die heute besseren Mädels aus Grimma, welche mit 13:23 davon zogen und mit einem Duell am Netz den Matchball sicherten, welchen die Dresdner Mädels durch einen starken Angriff von Lina-Marie Lieb abwehrten. Der zweite Matchball, war mit mehreren Minuten, spannenden Netzduellen und engagierter Abwehrarbeit beider Mannschaften der längste im Spiel, diesmal – durch den Fehler von Grimma – mit besseren Ende für Dresden. Doch im dritten Anlauf sicherten sich die Grimma Mädels das Match. Am Ende gewinnt Grimma verdient mit 0:3.

Doch schon im Spiel und auch Sekunden nach dem Abpfiff merkte man, dass die Gedanken der jungen Talente heute woanders waren. Mit zahlreichen Tränen in den Augen verabschiedeten die Spielerinnen gebührend ihren hochverdienten Trainer Jens Neudeck, welcher jahrelang für die Ausbildung zusammen mit seinem Co-Trainer Pascal Berger verantwortlich war. Nach dem Spiel sagte Jens Neudeck „Mir war das Spiel heut vollkommen egal, ich habe es einfach nur genossen, noch einmal mit den Mädels spielen zu dürfen“. Diesen starken Worten konnten die Mädels, angeführt von Kapitänen Deborah Scholz mit reichlich Tränen in den Augen, vielen lieben Worten und einem „Danke für alles“, entgegnen und die jahrelange Arbeit von Trainer Neudeck würdigen.

Jens Neudeck wird als Landestrainer Sachsen mit einigen Mädels weiterhin trainieren.

Was bleibt ist eine Freundschaft auf Lebenszeit zwischen der Mannschaft und Trainer Jens Neudeck. Ehre, wem Ehre gebührt, Chapó Jens! 

Alle Bilder vom Spiel gibt es auf RocciPix.de

2018-03-18T11:44:46+00:00