VC Olympia Dresden e.V.

Das geht BOOM!

Freitag, 27.02.2015 um 20:00 Uhr in der Sporthalle des Sportschulzentrums Dresden: über 100 Zuschauer versammeln sich zur besten „Prime-Time“ zum Anfeuern ihrer Mannschaften in der 2. Volleyball-Bundesliga. „Das geht Boom“ hämmert es aus den Musikboxen. DAS Sachsen-Derby gegen die Nachbarinnen aus Grimma ! Für die Zuschauer ein lang gelebtes Duell der zwei nahe gelegenen Sächsischen Vereine; für die Mädels auf dem Spielfeld ein Wiedersehen mit Spielerinnen, die sie zum Teil aus der Sportschule kennen; ja freundschaftlich verbunden sind. Insbesondere für die Dresdnerinnen ein Spiel mit hoher Aussagekraft, denn nach den jüngsten Niederlagen gegen Mannschaften, die deutlich unter ihnen in der Tabelle platziert sind, gab es Gesprächsbedarf in der vergangenen Woche.

Und als wöllten die DSC-Talente zeigen, dass sie diese Phase aus eigener Kraft überwunden haben, starteten sie konzentriert und druckvoll in den ersten Satz. Insbesondere Elli Lowke brachte den VCO mit einem starken Blockpunkt zum 2:0 und gleich danach mit einem schnellen Angriff über die Mitte zum 3:0 auf Kurs. Grimma hatte von Anfang an Probleme die eigene Annahme zu stabilisieren und so wurden oftmals nur hohe Bälle auf Außen möglich, die die VCO-Mädels gut ausrechnen konnten. Dresden konnte von den Fehlern Grimmas profitieren und selbst stark aufspielen. So schlug Sara Mater gleich zwei Mal zum direkten Punktgewinn (6:4 und 7:4) auf. Auf Seiten der Gegnerinnen regte sich Wut und Anika Boin machte dieser mit ihrem starken linken! Schlagarm zum 7:5 Luft. Aber auch das half Nichts gegen den „Dresdnerischen Lauf“ – sogar Dresdens Zuspielerin Maria Kirsten konnte in scheinbar ausweglosen Situationen mit einem „2.Ball“ punkten…..Grimma noch ohne Rezept und folgerichtiger Auszeit bei 10:6. Aber auch nach dem taktischen Timeout waren es die Mädels des VCO, die nach schlechter Grimmaer Annahme punkteten 14:8. Die Dresdnerinnen wuchsen sichtbar an den gelungenen Bällen und brachten dieses Selbstvertrauen spielerisch auf Feld: sinnbildlich hierfür war der Blockpunkt! einer der kleinsten Spielerinnen Maike Henning zum 15:8. Weitere „Tipps“ durch Maria Kirsten und schlechte Annahmen Grimmas führten zum zwischenzeitlichen 19:9. Nur durch gute Blockarbeit gelangen Grimma kleine Erfolge bis zum 19:11. Louise Wolf konnte aber dem Satzende mit starken Aufschlägen und Angriffen ihren Stempel aufdrücken. Grimma hatte zwischenzeitlich reagiert und die Ex-VCO-Spielerin Susanne Besa eingewechselt. Diese konnte ihr Team mit starken Angriffen über Außen bis zum 24:16 im Spiel halten. Doch Dresden brauchte noch ein taktisches Timeout und den abschließenden Angriff zum 25:16, um den Satz zuzumachen. Passend tönt es wieder „Das geht Boom“ aus den Lautsprechern.

Die Gegenwehr Grimmas im 2. Satz wurde deutlicher, die Ballwechsel länger, aber die Punkte machte weiterhin Dresden. Wieder konnte Elli Lowke mit kurzen Angriffen über die Mitte und ihren (jetzt mehr praktizierten) Sprungaufschlägen den Satzbeginn gestalten – 6:1. Nur ein Punkt gelang den Grimmaer Damen noch, bevor das Glück wieder mit dem VCO war und Sara`s Aufschlag zum Netzroller und dem 8:2 wurde. Sobald die Annahme Grimma`s besser wurde, gelangen Anika Boin und Susanne Besa wuchtige Angriffe über Außen: 8:4. Doch das konnte auch Dresdens Louise Wolf, indem sie den gegnerischen Block anschlug und so das Aufschlagrecht wieder auf VCO-Seite holte. Dieses nahm sie direkt selbst mit einer Serie bis zum 11:4 wahr. Aber Grimma wehrte sich nach Kräften, versuchte sich immer wieder zu sammeln und insbesondere Anika Boin zum Abschluss zu suchen – mit Erfolg 11:8. In dieser unsicheren Dresdner Phase knickte auch noch Constanze Plath um und trat längere Zeit nur vorsichtig auf. Dennoch schien es keine schwere Verletzung zu sein und sie konnte im weiteren Spielverlauf immer wieder eingewechselt werden. Die Mädels des VCO mussten jetzt die erste (typische) Schwächephase überstehen. Das taten sie diesmal völlig richtig indem z.B. Sara Mater nach einem missglückten Angriff das gleiche Zuspiel nochmals bekam und diesen Ball dann im Grimmaer Feld versenkte ! Die Zuschauer honorieren dies mit viel Applaus und wieder die Bässe „Das geht Boom“. Als die Dresdnerinnen so zum 18:10 davonzogen, reagierte Grimma`s Coach mit einer Auszeit. Aber auch in diesem Satz half dieses taktische Mittel nicht gegen Dresdens beherzten Auftritt. Das Spiel lief bei den VCO-Mädels gut zusammen, in dem die Bälle erkämpft und auch mal von der eigenen Mitspielerin gerettet wurden – starke Mannschaftsleistung. Beim Stand von 20:14 ließ jedoch Anika Boin wieder „ihrem Hammer“ freien Lauf und schlug krachende Bälle ins Dresdner Feld oder den Block….nur noch 20:18. Doch dann kam die Zeit der stark spielenden Maike Henning. Als eine der jüngeren und kleineren Spielerinnen in Dresdens Mannschaft übernahm sie Verantwortung im Aufschlag und schlug sogar am Netz beherzt zu. Sie war es auch, die mit viel Übersicht den Ball zum 24:19 über den ihr größenmäßig völlig überlegenen Grimmaer Block „loopte“. So konnte dieser Satz ebenfalls gewonnen werden (25:19).

Im dritten Satz wurde schnell klar, dass Grimma mit diesem Spiel noch lange nicht fertig war. Sie spielten nun mehr die eigene Blockstärke aus und gewannen die Duelle am Netz, während sich die Eigenfehler der Mannschaften aus Netz- oder „Aus“Aufschlägen die Waage hielten…3:3. Dresden fiel es nach wie vor schwer Anika Boins Angriffe mit dem linken Arm in den Griff zu bekommen. Die große, kräftige Außenangreiferin machte 2 ungehinderte Punkte und überzeugte zudem mit druckvollen Aufschlägen. In diesem Satz sollte es keinem der beiden Teams gelingen sich entscheidend abzusetzen. Vorallem die stabilisierte Annahme auf Grimmaer Seite machte das Spiel nun wesentlich ausgeglichener. Weiter waren es auf der gegnerischen Seite Susanne Besa und Anika Boin, die punkteten. Bei Dresden sah man eine geschlossene Mannschaftsleistung, so waren vorallem die „Doppelblöcke“ von Lowke/Mater effektiv, aber auch eingewechselte Spielerinnen wie Sophie Nestler brachten ihre Bälle erfolgreich durch. Die Zuschauer pushten den VCO in Richtung Matchball, aber die zahlreichen Grimmaer Anhänger trommelten ihre Mädels zum 1. Satzball. Susanne Besa tat ihnen dann den Gefallen und hämmerte den Ball zum 24:23 ins Dresdner Feld. Ein Aufschlag Ass noch hinterher und Grimma bleibt im Spiel.

Der 4.Satz ist ein Abbild des 3. Umkämpfte, lange Ballwechsel und Fehler auf beiden Seiten bescherten jeweils Punkte für den Gegner. Dresden lief seit der 1. technischen Auszeit stets einem 2-3 Punkte Rückstand hinterher. Doch anders als in vorherigen Spielen blieben sie stabil in ihren Elementen und konnten Grimma ein ums andere Mal den Aufschlag entziehen. Ausgerechnet dieses Element sollte ab dem 16:18 aber der Schlüssel werden. Sara Mater hatte gerade mit Wut den Ball ins Grimmaer Feld geschlagen und Dresden 16:18 im Satz gehalten, da ging Dresdens eigener Aufschlag ins Aus. Louise Wolf „lopft“ den Ball jedoch beim nächsten Punkt (17:19) wieder zurück zu Dresden. Aufschlag Dresden…..wieder Aus ! Grimma zieht mit 17:20 davon und lässt sich den Ball bis zum 20:25 auch nicht mehr nehmen. So wurde aus dem 2:0 ein 2:2 nach Sätzen und der TieBreak musste her. Entscheidend aus Dresdner Sicht war aber, dass Grimma weder im 3. noch im 4.Satz dominieren konnte und nie einen so deutlichen Vorsprung erspielen konnte, wie die Dresdnerinnen im 1. und 2.Satz. Anders als in Spielen zuvor, brachen die VCO-Mädels nicht auseinander.

Im TieBreak begannen beide Mannschaften entsprechend nervös. Netzroller und Blöcke ins Aus prägten das Bild auf beiden Seiten. Wieder war es Maike Henning, die ihren Sahnetag unterstrich und den ersten klaren Angriff in diesem Satz schnell durch die Mitte platzierte 4:4. Grimma beantwortete dies aber mit 2 klaren Blockaktionen, die die Dresdner Angreiferin stets mit ihrem geschlagenen Ball zu Boden schickten – 4:6. Wieder griff auch Zuspielerin Maria Kirsten ins Spiel ein und punktet mit einem „Überraschungsball“. Nach dem Seitenwechsel gelingt Dresden sofort ein guter Ball in den Grimma-Block, der unhaltbar ins Aus fällt – Spannung 7:8 ! Grimma lässt sich nicht beeindrucken punktet nach guter Annahme über Außen – wieder 2 Punkte Vorspung. Als die Dresdnerinnen den Ball mühsam zurück erkämpften und gerade zur Aufholjagd starten wollten, ging jetzt auch Maike Henning der Aufschlag ins Aus. Wut und Verzweiflung in den Gesichtern der Spielerinnen, finstere Miene bei Trainer Jens Neudeck an der Seitenlinie und Alle dachten: es wird wie immer: Herschenken des Satzvorsprunges, um dann im TieBreak nach Eigenfehlern zusammen zu brechen. ABER NEIN: niemand gibt auf. Michi Petters ohnehin zuverlässigen Annahmen, werden von Maria Kirsten weiter variabel verteilt und um die Bälle gekämpft. Dresden erzwingt kraftraubende „Ballrettungen“ beim Gegner. Grimma spürt Gegenwehr und die Garanten Anika Boin und Susanne Besa verschlagen in der Folge ihre Außenangriffe – Dresden ist dran 11:11. Grimma ist beeindruckt und verschlägt ins Netz; leider aber Dresden auch bis zum 13:13. Die Spannung ist mit Händen zu greifen, niemand wagt mehr eine Prognose. Als Grimma sicher annehmen kann und der Ball präzise auf Anika Boin kommt, hielten sich viele Zuschauer die Augen zu. Ein wuchtiger Schlag, ein lauter Knall beim Angriff und………..auf Dresdner Seite auch ein Knall: Michi Petter pariert den Hammerschlag und bringt den Ball erneut nach vorn, wo ihn der Dresdner Angriff zum 14:13 nutzt – Matchball ! Und die Mädels des VCO bleiben bei der neuen Stabilität, bringen den Aufschlag sicher übers Netz; Grimma kann nicht effektiv killen und der Ball über die Dresdner Diagonale wieder nach vorn gespielt werden. Symptomatisch für dieses Match ist es wieder Maike Henning, die den Ball zum 15:13 perfekt macht. Die Halle tobt, die Mädels liegen sich in den Armen !! Siegen wenn`s keiner mehr glaubt, ist am Schönsten ! „Das ging BOOM“.

Die silberne MVP Medaille bekam Susanne Besa nach schwerer Wahl von Jens Neudeck, der natürlich auch Anika Boin hätte ehren wollen. Auf Dresdner Seite erhielt Louise Wolf die goldene MVP-Auszeichnung.