Eine Außergewöhnliche Saison geht zu Ende – Saisonabschluss beim VC Olympia Dresden – Die DSC Talente

Der VC Olympia Dresden beendet die Saison auf einem hervorragenden 4. Platz mit 48 Punkten. Zu Beginn der Saison war dieses gute Abschneiden der stark verjüngten ersten Mannschaft des VC Olympia Dresden nicht absehbar.

Gleich fünf Leistungsträger hatten die Mannschaft nach Beendigung der vorangegangenen Spielsaison verlassen und ihren Weg zu den Erstligisten des Dresdner SC, des SSC Palmberg Schwerin und Schwarz-Weiß Erfurt gefunden. Dafür rückten junge Kaderathleten der Jahrgänge 2004/05 nach, wie Lotte Goertz, Emily Nowak und Mira Ledermüller, die auf den Schlüsselpositionen zu integrieren waren. Die Situation sollte dementsprechend zu Beginn nicht einfach werden, was sich in den ersten Niederlagen und einer schwankenden Leistungen widerspiegelte. Das Team um VCO-Kapitänin Lydia Stemmler erarbeitete sich jedoch ab dem 5. Spieltag zunehmende Stabilität in den Schlüsselelementen. VCO-Trainer Andreas Renneberg: „Für das Team war es keine einfache Situation zu Beginn der Saison, da ein starker Umbruch stattgefunden hatte. Die Mädels haben sich aber der Aufgabe gestellt, und wurden am Ende auch mit Erfolg belohnt.“

Die normalen Herausforderungen, die der Generationswechsel mit sich gebracht hatte, waren aber nicht die einzige Hürde dieser außergewöhnlichen Saison. Nach dem schmerzlichen Abbruch der vorangegangenen Spielzeit, hat die Covid-19-Pandemie das sportliche Leben immer noch fest im Griff. Ausgestattet mit der Spielberechtigung für die 2. Bundesliga und der Verpflichtung zur leistungssportlichen Ausbildung von Kaderathleten konnte das Stützpunkt-Team weitestgehend regulär den Trainings- wie auch Wettkampfbetrieb unter strengen Hygieneauflagen aufrecht erhalten. Selbst die einmonatige Aussetzung des Spielbetriebes im Dezember und sich häufende Verlegungen von Spieltagen konnten einem recht normalen Saisonablauf nichts entgegensetzen. Die Mannschaft nutzte die spielfreie Zeit, um an Qualität und Athletik zuzulegen und gestärkt in die zweite Phase zu gehen. Alle Spielerinnen zeigten enorme sportliche wie auch persönliche Entwicklungssprünge. Die Jüngeren lernten von den Erfahreneren und diese wiederum entwickelten sich zu Führungsspielerinnen.

Die Führungsqualität von VCO-Kapitänin Lydia Stemmler war dabei besonders herausragend. „Lydia hat als älteste und einzig verbliebene Spielerin des Jahrgangs 2000/01 ihre Rolle als Kapitänin hervorragend ausgefüllt und erheblichen Anteil an der Entwicklung der jüngeren Spielerinnen gehabt“, so anerkennend VCO-Trainer Andreas Renneberg.

Aber auch die Entwicklungen von Sina Stöckmann und Julia Wesser waren bemerkenswert. Beide übernahmen zunehmend die Verantwortung und Julia bewies regelmäßig als MVP, das sie die dominanteste Spielerin auf der Außenposition in der Liga ist. Überraschend waren die Entwicklungen der beiden Libera: Lotte Goertz zeigte von Anfang an eine stabile Leistung und die erst am Anfang der Saison an den Stützpunkt gewechselte Emily Nowak entwickelte sich zu einem echten Annahme- und Abwehrspezialisten. Große Verantwortung und enorme Entwicklungen zeigten sich auch auf der Zuspielposition. Mira Ledermüller und Lena Gretzschel führten besonders seit dem zweiten Halbjahr die Mannschaft souverän.

Die positiven Entwicklungen nutzte der kurz vor dem Diplomabschluss stehende VCO-Trainer zudem, um seit dem Jahreswechsel mehr Spielerinnen der Jahrgänge 2004 und 2005 zu integrieren und den Prozess des Generationswechsels bis zum Sommer abschließen zu können.

Nach 10 Heimspielsiegen in Folgen und dem angenommenen Kampf um die Podiumsplätze in der 2. Bundesliga Süd blieb am Ende dem VC Olympia Dresden leider erneut der Erfolg verwehrt. Das letzte Heimspiel gegen den VC Neuwied wurde erst aufgrund der 3. Pandemie-Welle verschoben und dann letztendlich durch die vertragsbedingte Spielunfähigkeit des VC Neuwied im Interesse beider Vereine abgesagt und nicht gewertet. Nach einer außergewöhnlichen und phasenweise beeindruckenden Saison reichte es somit nicht für den erhofften und sicherlich verdienten 3. Platz. Schmerzhaft ist zudem auch in diesem Jahr die Absage aller Jugendmeisterschaften. Davon betroffen sind besonders die ältesten Spielerinnen, die sich auf ihre letzten U20 Meisterschaften und dem Kampf um den Meistertitel gefreut haben. „Damit gehen zwei extrem erfolgreiche Jahre mit guter Entwicklung und starker Performance leider ohne jede Medaille oder Titel aus“, resümiert Renneberg. „Trotz alledem bin ich sehr froh, dass wir angesichts von Corona spielen durften. Ich bin mit den Entwicklungen der Mädels sehr zufrieden“, erklärte er weiter.

Der Erfolg der sportlichen Entwicklung von Top-Nachwuchsspielerinnen am Volleyball Stützpunkt in Dresden setzte zudem erneut ein Ausrufezeichen. Nachdem im vergangenen Jahr fünf Spielerinnen den Stützpunkt Richtung 1. Bundesliga verlassen haben, werden mit Kapitänin Lydia Stemmler, Außenangreiferin Sina Stöckmann und Mittelblockerin Lena Liegert wieder drei Top-Athletinnen vom VC Olympia Dresden in die höchste deutsche Spielklasse wechseln. Die Entwicklung von Allrounderin Aliza Baumgart ist des Weiteren anerkennend zu würdigen. Zur Unterstützung der verjüngten Mannschaft in das Stützpunktsystem zurückgeholt, machte „Alschi“ einen enormen sportlichen Sprung und wird ihren leistungssportlichen Weg als Profi bei einem ambitionierten und etablierten Team der 2. Bundesliga fortsetzen. Mit den erneuten direkten Wechsel von Leistungsträgern in der 1. Bundesliga, stellt der VC Olympia Dresden wiederholt die hervorragende leistungssportliche Nachwuchsarbeit am Volleyballstandort Dresden unter Beweis.

Bundesstützpunktleiterin Christiane Fürst: „Wir sind sehr stolz auf alle unsere Athletinnen und Trainer. Sie haben sich unter den schwierigen Rahmenbedingungen extrem professionell verhalten und ihre Ziele und Visionen nie aus den Augen verloren. Mit großem Engagement und Willen nahm die Mannschaft alle Hürden, um auch in dieser Saison unglaubliche persönliche und sportliche Entwicklungen zu nehmen. Wir konnten erfolgreich mit der Besetzung von Schlüsselpositionen einen Generationswechsel am Bundesstützpunkt einleiten, der bis zum Beginn des Sommers abgeschlossen sein wird. Der neue Landesstützpunktrainer, Wojciech Pałeszniak, hat seine große Aufgabe mit zukunftsweisenden Entscheidungen angenommen und ist im Begriff, den neuen Kader des VCO II mit den Jahrgängen 2006 und 2007 zu formen. Die Erweiterung des Landesstützpunktes um eine dritte VCO Mannschaft soll trotz aller großen sportlichen Herausforderungen auch in der kommenden Saison erhalten bleiben. Mit Genugtuung haben wir zudem das Interesse vieler namhafter Vereine der 1. Bundesliga an unseren ausscheidenden Spielerinnen vernommen. Es bestätigt unseren Weg und bezeugt erneut unseren führenden Status im Volleyball-Nachwuchsleistungssport. Gleichzeitig müssen wir aber auch von der Politik pragmatische Lösungen anmahnen, um nachhaltig Trainings- und Wettkampfbetrieb – über alle Altersklassen hinweg und egal ob Profi-, Leistungs- oder Breitensport – sicherstellen und anbieten zu können.

Unser großes Dank gilt den Familien, der Schul- und Internatsleitung, den Verbänden, dem Land Sachsen und der Stadt Dresden sowie den unzähligen Sponsoren, die trotz aller Widrigkeiten und außergewöhnlichen Erfahrungen der vergangenen Monate ihr unermüdliches Engagement für den Volleyballnachwuchs nicht einen Moment in Frage gestellt haben.“

 

2021-05-21T11:23:04+02:00