Nervenaufreibendes Heimspielwochenende

Zwei Heimspiele an einem Wochenende sind immer eine besondere Sache. Was unseren Mädels durch die fehlende Anreise an Stress erspart blieb, wird ihnen doppelt an psychischem Druck auferlegt, denn vor heimischem Publikum wollen sie sich natürlich immer besonders gut präsentieren. Vor allem wenn mit Stuttgart ein direkter Konkurrent um die Platzierungen und mit Offenburg der ungeschlagene Tabellenführer zu Gast sind. Hinzu kommt die Belastung aus zwei Punktspielen in zwei Tagen.

Daher hatte Trainer Andreas Renneberg am Samstag gegen Allianz MTV Stuttgart II auch einige Änderungen in der Aufstellung zu den letzten Spielen vorgenommen. Ausgeglichene Belastung für die Mädels hieß die Devise. Dass solch eine Umstellung schwierig sein kann, zeigte sich sofort. Das Zusammenspiel funktionierte nicht richtig, Unkonzentriertheiten und Fehler in Annahme und Zuspiel führten sehr bald zu einer deutlichen Führung der Gäste, die diese durch eine sehr gut organisierte Abwehr zum Satzgewinn mit 14:25 ausbauten.
Im zweiten Satz kämpften sich unsere Mädels dann ins Spiel. Die anfänglichen Fehler konnten sie nach und nach abstellen und fanden auch Wege, die Stuttgarter Abwehr zu überwinden. So konnten sie diesen Satz mit 25:20 für sich entscheiden. Der dritte Satz war ebenfalls recht ausgeglichen, auch wenn die Gäste immer leicht im Vorteil waren und letztlich mit 21:25 gewannen.
Kleine Änderungen in der Aufstellung im vierten Satz zeigten große Wirkung. Zwar funktionierte Block immer noch nicht so, doch Annahme und Zuspiel liefen koordinierter, was den Gästen das Punkten schwer machte. So sah bei einem Zwischenstand von 23:11 alles schon nach einer klaren Sache aus, doch Stuttgarts Trainer Johannes Koch fand bei seiner Auszeit offenbar die richtigen Worte, denn sein Team setzte mit viel Kampfgeist zu einer fulminanten Aufholjagd an und machte es noch einmal spannend. Allerdings konnten sie den großen Rückstand nicht mehr aufholen und so gewann der VCO diesen Satz mit 25:20.
Im Entscheidungssatz zeigte Stuttgart wieder seine Stärke und baute seinen anfänglich knappen Vorsprung langsam auf 14:12 aus. Doch nun bewiesen auch unsere Mädels, wie hart sie kämpfen können. Und so waren es auch Entschlossenheit und Kampfeswille und nicht zuletzt die lautstarke Unterstützung des Publikums, die die Wende herbeiführten und in einem wahren Krimi zum 16:14 Satzgewinn und damit glücklichen Sieg führten.
MVP wurde hoch verdient Lydia Stemmler vom VCO, die Silbermedaille ging an Moggi Wlk aus Stuttgart.

Am Sonntag folgte dann die nächste große Herausforderung. Mit dem VC Printus Offenburg empfingen unsere Mädels den härtesten Gegner der Liga. Umso überraschender war die Dominanz, mit der sie im ersten Satz aufspielten. Annahme und Zuspiel waren von Beginn an gut koordiniert, was dem Gegner wenig Chancen ließ. Das sich auch im Ergebnis von 25:20 widerspiegelt. Gegen Ende des Satzes fand Offenburg besser ins Spiel, was sich nach dem Seitenwechsel fortsetzte. Das plötzliche Erstarken des Gegners zeigte Wirkung, doch auch insgesamt war die Dresdner Blockabwehr heute nicht so stark wie zuletzt, und auch die Aufschläge weniger konstant und druckvoll. So ging dieser Satz mit15:25 sehr deutlich an die Gäste. Dennoch wurde den Zuschauern ein spannendes und attraktives Spiel mit langen Ballwechseln und vielen spektakulären Rettungsaktionen auf beiden Seiten geboten. Dies setzte sich auch im dritten Satz fort, der weitaus umkämpfter als die vorherigen beiden war. Offenburg begann wieder stark, doch unsere Mädels ließen sich diesmal nicht beirren und erkämpften sich zwischenzeitlich die Führung zurück. Mit Zwischenständen von 16:15 und 20:21 hätte es kaum spannender sein können. Leider fand es mit 21:25 dann doch das glücklichere Ende für Offenburg. Mit vielen unnötigen Fehlern, Anfang des vierten Satzes, führte es sehr schnell zu einer 6-Punkte-Führung des Gegners. So musste Renneberg schon früh eine Auszeit nehmen, was dem Dresdner Spiel aber wieder in die Spur verhalf. Der Satz war von nun an ausgeglichen und zwischenzeitlich konnten die Mädels auch wieder etwas herankommen, doch Offenburg ließ sich die Führung nicht mehr nehmen und machte mit 19:25 den 16. Sieg in Folge perfekt.

Sarah Straube wurde als beste Dresdner Spielerin mit der Silbermedaille geehrt, MVP wurde Richarda Zorn aus Offenburg.

2019-01-28T10:19:50+02:00