VC Olympia Dresden e.V.

WM: Nervenspiel gegen Kuba

Nach der ersten Niederlage gegen Gastgeber Argentinien starteten unsere #Flitzpiepen mit großer Angriffslust und klaren Kopf gegen Kuba ins zweite Spiel. Am Ende siegt der Nervenstärkere.

Keine 24 Stunden zurück, spielte unsere U18 Nationalmannschaft gegen Argentinien in einer vollen Halle, gegen ein bärenstakres Heimteam und tausende Fans. Ausgebuht und ausgepfiffen wurden sie, doch es scheint keine Spur hinterlassen zu haben. Direkt zu Beginn des ersten Satzes gegen Kuba, konnten die deutschen Nachwuchstalente ihren Standpunkt klarmachen – Nur der Sieg zählt. Mit durchdachten Angriffen und einer guten Zuarbeit am Netz gelang es der U18 Kuba bei ihrem ersten Spiel zu schocken. „Im ersten Satz schlichen sich sehr viele Eigenfehler bei Kuba ein. Das konnten wir relativ gut nutzen und den ersten Satz mit 22:25 , wenn auch knapp, für uns entscheiden“, erzählt unsere Libera Patrica Nestler.

Genauso viel Spannung erwarteten alle auch im zweiten Satz, doch auch die Kubanerinnen spielen internationalen Standart und passten sich rasch den Gegebenheiten an. Eigenfehler wurden vermieden und konsequenter abgeschlossen. Unsere Libera Patrica Nestler musste im zweiten Satz von draußen anfeuern. „Ich agiere bei der WM als Aufschlag/Annahme Spezialistin und nicht als herkömmliche Libera“, äußert Nestler. Mit vielen Fehlern im zweiten Satz, und wenig Stabilität in der Annahme konnten sich die immer besser werdenden Kubanerinnen nun an den Fehlern der deutschen Mannschaft berreichern und den Satz mit 25:16 für sich entscheiden. „Danach war das Spiel völlig ausgeglichten, ein Nervenspiel auf Augenhöhe“, so unsere Nummer 6. Auch im dritten Satz, bei welcher unsere Patti ihr Team von der Auswechselposition unterstützte, begann gut. Doch immer wieder schlichen sich Fehler ins deutsche Spiel oder Kuba war manchmal einfach ein Tick besser. Ein Kopf an Kopf Spiel entstand. Mal führte Deutschland, mal Kuba. Immer wieder wechselten sich sehr gute, mit weniger guten Szenen ab und belebten das Spiel riesig. Am Ende konnten unseren jungen Schmetterlinge das Oberwasser der Kubanerinnen etwas bremsen, jedoch nicht anhalten. Sie verloren auch den dritten Satz mit 25:22 und jetzt war allen klar – Eine Löwin kämpft bis zum Schluss.

Im vierten Satz ging es dann an die Nerven aller. Entweder gewinnt Kuba das gesamte Spiel oder die deutschen Mädels liesen sich was einfallen. „Es gab im gesamten Spiel sehr gute Ralleys, die oft die Kubanerinnen für sich entscheiden konnten. Doch wir haben nie aufgegeben und an unsere Stärken geglaubt. Das war dann richtig gutes Teamplay und unsere beste Leistung bisher beim Turnier“, beschreibt Patrica Nestler die irre Aufholjagd. Von Punkt zu Punkt schlugen sie die deutschen Mädels an die Kubanerinnen herran. Mitte des vierten Satzes boten die Kubanerinnen jedoch alles auf, was sie hatten. Das deutsche Team, diesmal mit neuem Headcoach Martin Fryndes, welcher den kurzfristig erkrankten Bundestrainer ersetzte, musste dran bleiben. Als kurz vor Satzende beide Mannschaften mit 20:20 gleichauf waren, kam die Stunde unserer Libera. „Ich wurde eingewechselt und sollte soviele Punkte wie möglich machen. Mir gelangen direkt zwei Asse und anschließend eine perfekte Annahme. Das war sensationell geil, einfach unbeschreiblich“ verrät uns Patrica Nestler. Eine Einwechslung die sich mehr als bezahlt gemacht hatte. „Wenn ich eingewechselt werde, ist der Druck manchmal ein Tick höher als normal. Ich will einfach cool aufschlagen und Nerven behalten. Dafür kaue ich schon vor dem Spiel liebend gern Kaugummi und höre Musik, am besten Partymusik oder coole Musik der 90er, ja der 90er“ erzählt uns unsere Libera ihr Erfolgsgeheimnis grinsend.

Und zum grinsen hat das deutsche Team allen Recht. Nach einer fulminanten Aufholjagd zog man Kuba ins vernichtende Tie-Break, bei welchen sich die deutschen Talente direkt mit mehreren Punkten absetzen konnte. Doch gegen Ende des fünften Satzes kamen die Kubanerinnen immer weiter ran. Auch sie haben gemerkt, die vorherigen Sätze sind nun alle revidiert und jetzt entscheidet alles über Sieg oder Niederlage. „Ich bin fünf Punkte vor Schluss wieder eingewechselt worden, konnte direkt wieder ein Ass platzieren und eine perfekte Annahme machen. Ich war echt sehr zufrieden, dass ich so gut in die entscheidenden Phasen rein kam und wir diese Punkte gemeinsam verwandeln konnten. Ein hammer Gefühl“, sagt Patti. Am Ende waren die Kubanerinnen gegen die sich in Rausch gespielten Deutschen leicht unterlegen. Mit 10:15 gewannen die #Flitzpiepen ihr erstes Spiel bei dieser WM. Vielleicht auch Dank Kaugummi und 90er Musik.

Beste Scorerin bei Deutschland wurde Lina Alsmeier mit 21 Punkten, gefolgt von Emma Cyris mit 19.

Jetzt heißt es erstmal runterkommen und entspannen. Am 21.08 heißt der nächste Gegner um 20:30 Uhr deutscher Zeit, Slovenien.

[ Bericht: Jonny Linke / Bilder: FIVB ]