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WM: Deutschland fordert Argentinien

Und da war es: Das lang ersehnte erste Spiel der Weltmeisterschaft 2017 in Argentinien hat das deutsche Team um Bundestainer Jens Tietböhl gemeistert, auch wenn das Ergebnis anders gewünscht war. Unsere Patti wurde in den ersten drei Sätzen für Aufschlag/Annahme immer wieder eingewechselt. Nur im vierten Satz blieb ihr ein Einsatz vergönnt.

Nach langer Vorbereitungzeit und einer intensiven Analyse des ersten Vorrundengegners Argentinien durften die jungen Schmetterlinge aus Deutschland 20.30 Uhr Ortszeit das Volleyballfeld betreten. Nach einer gelungenen Eröffnungsveranstaltung sollte es gleich gegen den Gastgeber gehen. Schon bei den Spielen am Tag war die Austragungshalle fast bis auf den letzten Platz belegt, am Abend dann beim ersten Spiel des Gastgebers – ausverkauft.

Auch für die jungen Flitzpiepen, wie sich unsere Nationalmannschaft der Jahre 00/01 humorvoll nennt, keine leichte Aufgabe. Immerhin spielen sie sonst vielleicht mal vor 500 Zuschauern. Doch wie geht man als junges Talent mit diesem Druck um? Unsere Patti hat uns dafür mal wieder exlusive Einblicke gewährt, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

„Ich habe nach unser Ankunft einfach nochmal nachgedacht, was für eine riesen Chance dieses Turnier für mich ist. Gerade mit dem Bundesadler auf der Brust ist die Ehre enorm, sein Heimatland hier in dieser tollen Sportart vertreten zu dürfen. Das macht einen extrem stolz und man genießt einfach jede einzelne Sekunde“, erzählt uns unsere Libera. Genau dürften es wohl auch die anderen deutschen Talente sehen. Die Chance nutzen und dabei extrem viel Spass haben. Auch Bundestrainer Jens Tietböhl hoffte, dass seine Mädels mit guten Volleyball befreit aufspielen können. Ganz ohne Druck, obwohl jeder weiß – er ist vorhanden.

Genau so das versucht Patti schon ein Sportlerleben lang. „Der Unterschied von der 2. Bundesliga zur Europameisterschaft war schon sehr groß, aber jetzt von der EM zur WM hier ist extrem. Es ist fast nicht möglich, einfache Punkte zu machen. Die Gegner sind hochtalentiert und hellwach. So entstehen teilweise lange Ballwechsel mit hohem technischen Anspruch. Da musst du frei aufspielen können um Erfolg zu haben“, beschreibt Patrica Nestler. Mehrmals wechselte Bundestrainer Tietböhl Patti in den Sätzen ein. „Ich bin Annahme-Aufschlag Spezialistin bei uns im Team und möchte direkt bei meiner Einwechslung beste Leistung bringen und meinem Team somit weiter helfen“, erzählt unsere humorvolle Libera.

Beim Spiel gegen Argentinien war es ein auf und ab. Im ersten Satz gewöhnten sich die deutschen Mädels an das Tempo und das Niveau. Auch die Zuschauer machten den Mädels etwas zu schaffen. „Die ganze Halle war natürlich für Gastgeber Argentinien. Wir wurden ausgepfiffen und ausgebuht, dass macht das freie spielen etwas schwerer, aber da gewöhnen wir uns dran. Sie meinen uns ja nicht persönlich“, sagt Patti nach Spiel gegen den Gastgeber. Mit guten Angriffen und guter Defensivarbeit gelang es immer wieder, Bälle im gegnerischen Feld unterzubringen.

Das die Mädels spielen können, auch im internationalen Geschäft, wo ein ganz anderes System gespielt wird, wurde deutlich. Doch mit 17:25 war die argentinische Auswahl im ersten WM-Satz in diesem Turnier einfach zu stark. Im zweiten Satz war es dann schon ein Kampf auf Augenhöhe. Mit sehr guter Defensivarbeit und cleveren Außenangriffen konnten die jungen Schmetterlinge Spitzensport auf höchsten internationalen Niveau abrufen. Dass es am Ende zu einem unglücklichen 23:25 für Argentinien endet, ist schmerzhaft aber – es kann auch schnell andersrum ausgehen. Mit dem Mut aus dem zweiten Satz und der gewonnenen Sicherheit auf dem Platz hieß es dann alles oder nichts.

„Wir haben im dritten Satz einfach besser ins Spiel gefunden, waren freier im Spiel und konnten gut punkten. Das war schon eine gute Leistung, obwohl noch Platz nach oben ist“, resümiert unsere Libera. Mit einem 27:25 setzte sich die deutsche Auswahl im dritten Satz durch und erzwang einen vierten.

Eins ist direkt klar geworden. Kampflos kommt an dem deutschen Team niemand vorbei. Im vierten Satz war dann aber der Wurm drin und Argentinien, angefacht von tausenden Fans, wurde nocheinmal bärenstark. Für das deutsche Team ein Tick zu stark. „Wir haben viele Aufschlag/Annahme Fehler gemacht. Auch die vielen Eigenfehler zogen sich bis in Satz 4. Das müssen wir abstellen“, analysiert Patti die Leistung. Mit 14:25 ging der entscheidende Satz an den Gastgeber, welcher das Spiel somit 1:3 gewann. „Es war bis zum vierten Satz ein tolles Spiel, mit schweren Gegner und tausenden Fans gegen uns. Jetzt sind wir drin im Turnier und müssen auf der gezeigten Leistung aufbauen“, meint unsere Nummer 6.

Doch viel Zeit für Erholung bleibt nicht. Schon heute Abend, 22.30 Uhr deutscher Zeit müssen unsere Flitzpiepen gegen die kubanische Auswahl antreten. Also keine 24 Stunden Verschnaufpause und Vorbereitung.

Wir sind wieder „live“ in Deutschland dabei und drücken unseren #Flitzpiepen die Daumen und wünschen euch viel Spass.

[ Bericht: Jonny Linke / Bilder: FIVB ]