VC Olympia Dresden e.V.

Aus dem Projekt EM wurde Projekt WM

Die Europameisterschaft in den Niederlanden für die jungen Talente der U18 ist vorbei. Mit Platz Sechs in der Endwertung wird aus dem Projekt Europameisterschaft in Arnheim nun das Projekt Weltmeisterschaft in Argentinien!

Mehrere Wochen haben sich fünf Talente des VC Olympia Dresden auf das Projekt Europameisterschaft vorbereitet, drei schafften es am Ende in den Kader für Arnheim. Aus gesundheitlichen Gründen mussten leider zwei von uns kurz vor dem Ziel die Heimreise antreten. Für Camilla Weitzel, Franziska Nitsche und Patrica Nestler war der Weg nach Arnheim frei. Gemeinsam ging es mit den „Flitzpiepen“ gegen die großen Nationen Europas.

Bereits seit Jahre haben sich die jungen Schmetterlinge aus ganz Deutschland auf dieses Gefühl gefreut. Auf das Gefühl, als der entscheidende Ball zum 3:1 Matchsieg auf den Boden knallt. Die Emotionen in den Gesichtern sind kaum in Worte zu fassen. „Es war schon immer unser Traum, im Nationaltrikot zu spielen und den Namen auf dem Rücken zu tragen,“ beschreibt Camilla den Motivationsschub. Franzi fand dazu kaum Worte: „Es ist einfach ein geiles Gefühl, sein eigenes Land vertreten zu können.“

Wenn man auf die geforderte Leistungsbereitschaft der jungen Spielerinnen schaut, stellt man schnell fest: diese Mädels lieben ihren Sport über alles! Kaum anders ist es möglich, im Jahrgang 2000 und 2001 Schule, Sport und Freunde unter einen Hut zu bekommen. Die Saison war für die jungen Spielerinnen lang. Nach mehreren Abgängen von Leistungsträgern wuchs eine neue VCO Mannschaft in Dresden zusammen. Junge, siegeshunrige Spielerinnen, welche für den Sport alles geben. „Wir versuchen mit unseren Spielerinnen 16 Stunden die Woche zu trainieren. Ausschlaggebend ist aber auch immer die schulische Leistung. Die muss definitiv stimmen,“ merkte unser Trainer Jens Neudeck an. Er und sein Co-Trainer Pascal Berger haben maßgeblichen Erfolg am nun erreichten WM-Traum unserer drei Spielerinnen. Auch für unsere Franzi trifft das aktuell zu. Denn sie steht nun vor den Prüfungen. „Ich habe ein echt gutes Gefühl, die Vorprüfungen verliefen gut. Während der EM habe ich mich auch immer in den freien Minuten auf die Schule konzentriert und Aufgaben gelöst. Jetzt ist die EM vorbei, jetzt wird geackert.

Denn eine fundierte Ausbildung in den Vereinen ist für Bundestrainer Jens Tietböhl extrem wichtig. In der kurzen Zeit, wo die Spielerinnen für die Nationalmannschaft bereit stehen, bleibt kaum Zeit für größere Veränderungen. Wichtig ist, die kleinen Stellschrauben zu drehen und aus den Spielerinnen eine Einheit zu formen. Etwas mehr als zwei Wochen hatte Tietböhl mit seinem Trainerstab Zeit. Die Aufgabe war monströs, denn die Gegner in Gruppe 1 waren sehr stark. „Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war extrem positiv. Alle hatten gute Laune, haben viel geredet und jeder hat versucht, sich in die Mannschaft einzubringen. Das hat uns allen geholfen,“ fuhr Camilla fort.

Die Spiele in der Gruppe 1 waren allesamt schwierig. „Die Gegner waren extrem gut, das Feeling und die Atmosphäre waren auch wesentlich anders als im Ligabetrieb in Deutschland, doch es hat alles sehr viel Spass gemacht,“ so Patti nach der erfolgreichen EM. Spiel um Spiel kam der Traum näher und die Anspannung wurde größer. Gerade auf einer so wichtigen Position wie der Libera, galt es Sicherheit und Ruhe auszustrahlen und fokusiert die Bälle anzunehmen. „Ich war anfangs schon sehr aufgeregt und habe mir dann aber gedacht, bleib einfach ruhig. Mit zuviel Aufregung wird das eh nichts.“ Worte die aus Pattis Mund einfach klingen, aber den Umständen geschuldet wahrlich nicht einfach umzusetzen waren.

Immerhin lag Glück und Pech beim Spiel gegen Polen so nah bei einander. Mehrere schlechte Annahmen, der Gegner hochmotiviert bei einer Führung, so ein Spiel kann schnell verloren gehen. Doch soweit sollte es nicht kommen. „Meine Schwester, welche auch professionell und erfolgreich Volleyball spielt, gab mir mit ihrer Erfahrung schon einige nützliche Tipps. Aber gerade mental hat sie mir extrem geholfen,“ so Patti zu ihren Erfolgsgeheimnis. Das viele reden hat geholfen. Auch bei Punktverlusten, sah man eine Mannschaft, welche immer auf dem Feld miteinander gesprochen hat. Camilla fügte dazu noch etwas hinzu: „Wir hatten alle den Traum. Jeder hat sich in die Mannschaft eingebracht und versucht zu helfen, egal wie. Das war sehr wichtig und hat uns geholfen.“

Ein großer Traum war das alles sicher auch für unsere Franzi, für die das Jahr 2017 einfach ein riesiges Highlight ist. In der Bundesliga so stark in das Jahr gestartet und dann sogar für den EM-Kader nominiert. Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen erzählte sie: „Du spielst für dein Land, das kannst du irgendwie kaum in Worte fassen. Es ist irgendwie noch geiler, als in der 2. Bundesliga.“ Im letzten Spiel gegen Slowenien konnte Franzi dann auch komplett durchspielen und ihre Können unter Beweis stellen. Zwar ging das Spiel mit 0:3 verloren, aber: „Ich bin glücklich, das miterlebt zu haben.“ Auch gegen den späteren Europameister Russland durfte Franzi auf das Feld. „Es hat Spaß gemacht mit den Flitzpiepen. Gemeinsam haben wir Höhen und Tiefen durchlebt. Die Zeit mit der Mannschaft war echt toll.“ Nun geht es bald zu den Deutschen Meisterschaften – und eventuell ja auch nach Argentinien?

Doch realisiert man das Geleistete? „Das Gefühl, wenn der Ball zum Spielgewinn und somit zur WM-Teilnahme auf den Boden fällt, ist richtig geil. Ich glaube, das realisiert man erst, wenn wir im Flieger nach Argentinien sitzen.“ So versucht Patti ihre wohl emotionalsten Momente der bisherigen Karriere ansatzweise zu beschreiben. Camilla dazu: „Wenn man bedenkt, was man für diesen Moment die letzten Jahre auf sich genommen hat, wie die Mannschaft funktionierte und das wir unser Potenzial aufs Parkett bringen konnten, kann man die Emotionen in solch Moment garnicht in Worte fassen. Ich glaube, die Emotionen sieht man am besten auf den Bildern und realisiert man erst in Argentinien.“

Bilder der Qualifikation sowie Endrunde der EM 2017:

[ Bilder: CEV.lu ]